Sag Nein – eine Anleitung für Dummies

Ich bin der Meinung, dass es zwei Typen von Menschen gibt: Ja-Sager und Nein-Sager. Mir ist bewusst, dass ich jetzt gerade extrem Schwarz-Weiß male, aber das ist mir jetzt mal egal. Wenn wir unsere Leidenschaft finden wollen, um damit dann unser Hamsterrad zu verlassen und erfolgreich zu sein, müssen wir wissen, wozu wir mit Überzeugung “Ja” sagen und wozu wir früher oder später einmal “Nein” sagen. Diese beiden Worten, besser gesagt die Ausgewogenheit davon, halte ich für entscheidend, wenn es darum geht, sich seine eigene Freiheit zu schaffen, ohne egozentrisch zu sein.

Es gibt Menschen, bei denen befindet sich häufig eine Verneinung in ihren Sätzen.

  • Nicht schlecht.
  • Das sehe ich nicht so.
  • Nein, da bin ich komplett anderer Ansicht.
  • Das funktioniert nie.
  • Nein, da kann ich dir jetzt nicht helfen.
  • Auf so etwas lasse ich mich nicht ein.

Offenbar gibt es Menschen, die kein Problem haben zu widersprechen, anderer Ansicht zu sein, andere zurückzuweisen oder Ähnliches.

Und es gibt Menschen, die sagen häufig “Ja”. Zu häufig. Reinhard Sprenger (Motivationscoach und Erfolgstrainer) hat einmal gesagt:

Hilf mit bei der Hamsterrad-Rebellion

"Wer Ja sagt und Nein meint, der hat ein Problem."

(Ja, wir benutzen hier das Wort “Problem”. Weil mir die Diskussion über eine politisch korrektere Formulierung irrsinnig auf den Sack geht. Ein Problem wird nicht weniger, nur weil man es plötzlich “Herausforderung”, “Thema”, oder “Hürde” nennt. Aber egal)

Wer zu oft “Ja” sagt, begibt sich in ein Dilemma. Da ich nach wie vor zu diesen Menschen gehöre (eine positive Weiterentwicklung stelle ich aber fest), denke ich, dass eine kleine Anleitung zum “Nein”-Sagen mal nützlich sein könnte.

Warum wir “Ja” sagen.

Auch da gibt es für mich zwei Gründe:

1) Wir wollen andere Menschen nicht verletzen.

Vermutlich sagst du zu oft “Ja”, weil du denkst: “Ich kann nicht Nein sagen, weil …”. Der Wunsch “sozial erwünscht” zu handeln ist in uns stark ausgeprägt und das schlechte Gewissen, jemanden vor den Kopf zu stoßen, ist ein stärkerer Faktor als der Wunsch, “Nein” zu sagen. Auch ist es oft Mitleid, das dich Dinge tun lässt, die du eigentlich nicht tun willst oder die dir nicht gut tun. Und das nur, weil du dir denkst “Das kann ich ihm/ihr doch nicht antun. Ich muss das tun.” Das heißt Mitleid und schlechtes Gewissen bringt uns zum “Ja” sagen.

2) Wir gehen einem Konflikt aus dem Weg.

Es gibt Menschen, die scheuen den Konflikt nicht. Ich gehöre nicht dazu. Konflikt, Diskussion und Streit sind mir zuwider, weil es zu 99% nicht der richtige Weg ist, eine Lösung zu finden. Vermutlich gibt es sehr viele Menschen, die “Ja” sagen und “Nein” meinen, weil sie Auseinandersetzung scheuen, weil sie nicht streiten wollen oder vor den Konsequenzen des Konflikts Angst haben. Das Wort “Nein” fällt Menschen mit Harmoniebedürfnis sehr schwer und führt dazu, dass die Harmonie, die gewünscht wird, oftmals nicht erreicht wird. Weil du Dinge tust, die du nicht tun willst, nur aus dem Wunsch der Harmonie heraus. Ich weiß, wovon ich spreche.

Machen wir mal ein kleines Brainstorming, wozu wir alles “Nein” sagen können:

  • Zu unnötiger Arbeit, die einfach nur weiter delegiert wird.
  • Zu Arbeit, die wir aus Kapazitätsgründen nicht erledigen können.
  • Zum eigenen Helfersyndrom
  • Zu schlechten Angewohnheiten
  • Zu Menschen, mit denen du keine Zeit verbringen möchtest.
  • Zu Menschen, die einen negativen Einfluss haben können.
  • Zu Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten
  • Zur Verschwendung deiner Zeit und deiner Energie
  • Zu Dingen, die dich nicht deiner Leidenschaft näher bringen.
  • Zu allem, was man einfach so tut, weil es sich gehört.

Vermutlich fallen dir, während du diese Zeilen liest, noch hundert andere Gelegenheiten ein, wo du “Nein” sagen solltest. Wenn du magst, schreib einfach am Ende des Artikels ein Kommentar mit deinen persönlichen Ab-jetzt-sage-ich-NEIN-Situationen.

Das Vorhaben, “Nein” zu sagen, klingt ja recht leicht, nur wie kannst du das in deinem Alltag wirklich umsetzen? Wie weißt du, welche Formulierung du benutzt oder besser: Welche Möglichkeiten gibt es, “Nein” zu sagen? Ich habe ein paar Gedanken diesbezüglich notiert:

Das kleine Vokabelbuch für “Nein”-Sager

  • Nimm es nicht persönlich, aber XX ist mir momentan wichtiger.
  • Ich bin dabei, mich auf sehr wichtige Dinge in meinem Leben zu fokussieren.
  • Ich möchte andere Prioritäten setzen.
  • Ich sage nicht “ich habe keine Zeit”, ich habe mich nur entschieden, meine Zeit XX zu widmen.
  • Ich bin nicht deiner Ansicht, aber das ist meine persönliche Meinung.
  • Momentan ist kein guter Zeitpunkt. Lass uns gemeinsam eine andere Möglichkeit finden.
  • Ich würde das gerne tun, aber …
  • Ich möchte darüber erst nachdenken und meine Prioritäten ordnen.
  • Das passt momentan nicht in meine Lebensplanung oder zu meinen aktuellen Bedürfnissen.
  • Vermutlich gibt es jemanden, der diese Aufgabe besser erledigen kann als ich.
  • Nein, das will ich nicht tun.
  • Mir ist lieber, ich widme mich …
  • Nein, das möchte ich nicht.

Das Schöne am “Nein” sagen ist: Du hast urplötzlich mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben. Denke jetzt nur ein paar Sekunden an die Dinge, die du tun könntest, wenn du Tag für Tag nur ein paar Minuten mehr Zeit hättest, indem du “Nein” sagst. Nämlich einfach mehr Zeit für alles, wozu du “Ja” sagen möchtest.


Lass es dir gut gehen

Markus Unterschrift

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

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51 Kommentare, sei der nächste!

    1. @ anderl
      Ja, da hast du vollkommen recht, aber………..
      Hast du das Hamsterrad schon verlassen?
      Ich bin schon dabei und es gelingt mir von Tag zu Tag besser!!….ggg

  1. seit ich Menschen als Coach begleite, also seit 43 Jahren predige ich genau das was ich hier in Deinem Block finde!
    Bitte weiter so Markus! Steter Tropfen höhlt den Stein! Keiner meiner süchtigen Menschen kam ohne nein zu sagen aus der Suchtproblematik! Auch die Sucht ist ein Hamsterrad, ein sehr teueres!:-))

  2. Charmant “Nein” sagen zu können ist die Königsdisziplin ;-)
    Danke lieber Markus für deine interesssanten Anregungen !

    Ich mag deinen Blog sehr :-)

  3. Ich hab bemerkt, dass es mir leichter fällt “nein” zu sagen, wenn ich mir vorher Zeit verschaffe um nachzuspüren, was ich gerade will/brauche/zu tun bereit bin. Damit fällt es mir bedeutend leichter nein zu sagen. Automatische und vorschnelle Ja fallen damit so ziemlich weg und mein Ja ist dann viel stimmiger und klarer.

    Ich bin seit einiger Zeit dabei öfter mal nein zu sagen und habe noch einige Vorschläge. Deine Liste gefällt mir sehr gut und ich kann noch einiges für mich übernehmen, wie z.B. das Focussieren!

    * Ich bin gerade dabei mehr auf meine persönlichen Zeitressourcen zu achten und aus dem Grund kann ich dir leider gerade bei ….. nicht behilflich sein.

    * Ich hab entschieden mehr Zeit für mich alleine / für meine Bedürfnisse (Sport, Lesen, Ich-Zeit, etc.) zu haben. (ev. biete ich dann einen Termin zum Treffen mit begrenzter Zeit an einem bestimmten Tag an.

    * Ich will/möchte lieber xy tun und mich mehr xy widmen, darum lautet meine Antwort leider, nein.

    * Ich mache/übernehme das nicht. Jedoch könntest du xy fragen ob er/sie das für dich tun möchte.

    * Ich möchte jetzt lieber walken gehen, statt mich bei dem schönen Wetter ins Kino zu setzen.

    * Ich habe mich umentschieden und ziehe meine Zusage das ….. zu übernehmen zurück.

    * Ich nehme zur Zeit keine weiteren Aufgaben/Verpflichtungen an.

    * Lass uns das ausverhandeln. Was würdest du zum Ausgleich dafür übernehmen, wenn ich deiner Bitte nachkomme?

    * Diese Veranstaltung klingt wenig interessant für mich, darum werde ich dort nicht mit dir hingehen.

    * Ich möchte mich jetzt nicht über das Weltgeschehen und die Katastrophen unterhalten, weil ich mich lieber auf die Dinge konzentriere, die ich unmittelbarer beeinflussen kann.

    Liebe Grüße und ich genieße deine Beiträge, weil sie mein Leben bereichern
    Elfriede

    1. Danke Elfriede, für deine zusätzliche Aufzählung!

      Den letzten Satz praktiziere ich ziemlich oft und drücke es genau so aus. Das ist ehrlich und bringt mein Gegenüber immer zum Nachdenken. Meistens wird dann auch eifrig zugestimmt, denn die Erkenntnis, dass das niemandem gut tut, kommt sehr schnell.

      Früher hab ich genervt den Mund gehalten und richtig Wut in mir aufgebaut. Bis ich erkannt habe, dass ehrliches Gefühle äußern viel weiter bringt.

      Markus, ganz lieben Dank für deine tollen Artikel. Dieser hier hat mich wieder an einiges erinnert. Ein paar Beispielsätze von dir nehm ich mir gerne mit. Hab sie mir schon innerlich abgespeichert.

      Eine kleine Warnung möchte ich noch zu deinem Artikel hinzufügen:

      Es kann sein, dass sich Menschen von einem verabschieden! War bei mir auch so. Das ist dann aber kein Verlust, denn diese Menschen waren nie deine Freunde. Sie haben dich als Energie-Tankstelle missbraucht, mehr nicht. Wahre Freunde werden dein Nein akzeptieren.

      Ich war sehr überrascht, wen ich als echten Freund behalten und wer sich verabschiedet hat. Auf jeden Fall fühlt sich das jetzt im nachhinein viel besser und ehrlicher an.

      Herzlichst JonaMo

  4. Richtig Christian,

    dem stimme ich zu : ) Wer raus will aus dem Hamsterrad kommt irgendwann an den Punkt wo ein Nein unausweichlich ist. Und ganz ehrlich: Nach und nach geht´s einem wirklich besser, wenn man gelernt hat Nein zu sagen. Weil man dann nämlich aufhört Kraft zu verschwenden.

    Liebe Grüße

  5. Lieber Markus,
    ich finde deinen Artikel sehr interessant.

    Hinter den von Dir benannten Gründen liegt meiner Meinung nach der Wunsch geliebt zu werden, bzw. der Mangel an Selbstwert/Selbstliebe sowie die Fähigkeit liebevoll Grenzen zu setzen.

    Wenn man seine Grenzen kennt und sich damit komplett annimmt ist es ein leichtes Spiel ein nettes NEIN über die Lippen zu bringen…

    Schönes Thema!

    Alles Beste,
    MissM

      1. wenn nicht sogar alles, zumindest empfinde ich das meinen problmen so
        jede barriere die sich mir in den weg stellt, führt am ende auf selbstwert/selbstachtung zurück. sei es ‘nein’ sagen oder zu wissen was man will bzw. was man denkt, wollen zu müssen.

  6. Sehr guter Artikel Markus.
    Gerade auch als Unternehmer ist es oftmals schwer NEIN zu sagen, da man sich keine Chance entgehen lassen will.
    Das muss ich noch lernen….

    Beste Grüße aus Wien, Tom.

  7. Wichtiger Artikel. Zu häufig gebe ich direkt in der Situation noch nach , wenn Aufgaben an mich heran getragen werden, wo ich eigentlich weiß, dass will ich nicht bzw. das macht so keinen Sinn für mich. Im Nachhinein ist es dann immer schwieriger zu korrigieren. Will work on it!

  8. Wieder ein tolles Thema, das mich oftmals beschäftigt hat, aber nie zum wahren Entscheidungspunkt angekommen.
    Ab sofort werde ich wirklich vieles NEIN sagen, das fühlt sich mit Sicherheit nachher wohler und besser an.
    Markus, zu diesem Thema muss ich mir meinen Hut abnehmen, weiter so!
    Das mit dem Hamsterrad-Ausstieg werde ich mich auch demnächst beschäftigen, nur die Frage der richtigen Zeit….

      1. mhm, wie war das grad mit dem Nein-Sagen? ;-)

        die beste Zeit ist jetzt! Muss ich jetzt Nein sagen? Du, leider nein, ich mache jetzt gerade meinen Hamsterradjob, sooo viel zu tun…………falsch
        Also doch JA!

        und das tue ich jetzt (ich begann gerade mit dem “Leidenschafts”-E-Course)! Und ich “ertappe” mich gerade beim Singen und beim Grinsen (wobei ich das in letzter Zeit ja schon immer öfter tue, ich gehe mit dem Walkman ducht Wien und singe dazu!)

        Lg Bettina

  9. Hi Markus,
    Ein Ja-Sager zu sein hatte mich oft in, für mich, unangehme Situationen gebracht.
    Nur weil ich diesen klitzekleinen Moment des “NeinSagens” gescheut habe,
    mußte ich oft Std. “leiden” um das Zugesagte zu erfüllen.
    In einer solchen Situation (ich wußte sofort dass ich hätte Nein sagen sollen)
    hab ich beschloßen mir den “Schmerz”, den ich in dieser Zeit erlebe, einzuprägen
    um mich daran zu erinnern wenn ich mich mal wieder vor einem NEIN
    drücken will.
    Bis jetzt hat dies Strategie wundersam gewirkt :-)
    lieber Gruß Reni

  10. Die Erkenntnis macht dich klüger, aber nicht gescheiter.

    Hallo lieber Markus.

    Als erstes: Danke. Eine wunderbare Inspiration. Für viele viele Menschen, weshalb ich gleich weiterteilen und -schicken werde. Und zweitens: Ja ;-) “Ja-sagen” tut manchmal – im ersten Moment – einfach weniger weh, als ein “Nein”. Schön, wie Reni das angesprochen hat. Berührt mich sehr. Durch meine ständigen “Ja’s” habe ich mir lange Zeit viel zu viel aufgehalst und mich oft schon Sekunden nach der Schmerzvermeidung gefragt, warum ich es denn SCHON WIEDER gemacht habe. “Bin ich wirklich so lernresistent?”, habe ich mich gefragt.

    Mein eigentliches Thema lag viel tiefer. Nämlich in dem Wunsch, andere “sich gut fühlen lassen” – und dem Glauben ICH sei dafür verantwortlich, dass es anderen gut geht. Ist doch Quatsch, nicht wahr? Ha, ja natürlich ist das Quatsch. Als aus Prinzip respektvoller und – ich würde SOGAR :D sagen – angenehmer Zeitgenosse, bekommt mein Gegenüber bereits MEIN persönlich Bestes. Bin ich dann noch verpflichtet ihm seine Wünsche zu erfüllen? Neeeeien.

    Aber wie es halt manchmal so ist: Die Erkenntnis macht dich klüger, aber nicht gescheiter ;-) Sie hat mich das dem Nein nur einen kleinen Schritt näher gebracht.

    Was mir IN WIRKLICHKEIT half war: Es einfach zu tun. Ich übte das Nein-Sagen – anfangs sogar ohne großartig darüber nachzudenken, ob ich etwas nicht DOCH wollen könnte.

    1. Informierte ich meine Lieblingsmenschen darüber, dass ich gerade das Nein-Sagen lerne, weshalb es vorkommen wird, dass ich ihre Wünsche in den nächsten Wochen kategorisch ablehne. (Nur damit grad die Menschen, die ich lange kenne und liebe, keinen Schock bekommen.)

    2. Und anschließend sagte ich ca. zwei Wochen nahezu GRUNDSÄTZLICH nein. Einfach, um es zu üben – um zu lernen den Moment der Stille, der nach dem Nein oft folgt – einfach AUSZUHALTEN. NEIN zu “Hast du mal kurz Zeit?” NEIN zu “Darf ich dich kurz stören?” NEIN zu “Hast du Lust ins Kino zu gehen? (Ich sagte hier also nicht mehr “Nein ich habe keine ZEIT, sondern “Nein, ich habe keine Lust”) NEIN zu Webdesign-Kunden, die mich gratis stundenlang zu den Themen Vermarktung, Facebook und Co ausquetschen wollten…

    3. war ich anschließend UNHEIMLICH stolz auf mich. Ich hatte meine Komfortzone verlassen. Obwohl es weh tat. Obwohl die verwunderten Blicke, die Stille oft so unerträglich waren, dass ich FAST klein beigegeben hätte. Und trotzdem blieb ich beim Nein. Phu… das ist ein Akt gewesen.

    Vielleicht, vielleicht auch nicht, berührt das jemanden, beflügelt es jemanden… ich für meinen Teil tue mir heute weitaus leichter mit dem Nein sagen :-)

    1. liebe petra
      danke für deinen umfangreichen kommentar, dem ich beim besten willen nichts hinzuzufügen habe, ohne wie ein altkluger “direktor” zu wirken.
      dir ist schon klar, dass ich jetzt asap einen ähnlich beflügelnden gastartikel von dir haben möchte, worauf du dann vermutlich “nein” sagst ;-)
      Lass es dir gut gehen!
      m

    2. Das finde ich schon ganz schön krass, Petra.
      Ich persönlich finde nicht, dass ein Nein so verletzend rüber gebracht werden sollte. Hast Du Dich mal in Deinen Gegenüber hineinversetzt?
      Auch wenn Du so etwas “ankündigst”… das ist strange!
      Stolz kannst Du sein, wenn Du Nein sagst und es so rüberbringst, das Du niemanden vor den Kopf stößt.
      Ich habe da jetzt so ein Bild von Dir mit verschränkten Armen vor Deiner Brust im Kopf, sorry.
      Ich würde Dich dann kein 2. mal fragen, ob Du mit mir ins Kino gehen würdest (rein theoretisch natürlich).
      Ich versuche immer es hinzubekommen, dass sich mein Gegenüber wohl fühlt, auch wenn ich Nein Sage. Es sei denn, die Person ist mir blöd gekommen….
      Nicht persönlich gemeint – aber achte auf Deine Mitmenschen und behandle Sie so, wie Du behandelt werden möchtest!

      1. Ach ich persönlich sehe das jetzt nicht so kritisch. Das Problem in unserer Gesellschaft ist doch, dass viele sich gegenseitig oft scheiße finden und falsch Lächeln. Dann lieber mal ein ehrliches Nein, das bringt schließlich auch niemanden um;-]

  11. um es mit den Worten aus dem ersten Buch meiner Mutter auszudrücken:
    ein Nein zu jemand anderem ist gleichzeitig ein Ja zu Mir!
    und das ist das Entscheidende, das auch MissM wunderbar auf den Punkt gebracht hat – die Frage nach dem Selbstwert
    tja, deshalb habe ich mich auch sehr im Punkt 2 wiedererkannt
    an dem ich mittlerweile erfolgreich arbeite :)
    schön, dafür auch noch mal eine Unterstützung in Form von einem ‘Vokabelbuch’ zu bekommen!
    Danke, LiGtrü

  12. Es gibt aber auch Situationen, in denen ich mich zwinge “ja” zu sagen, obwohl ich “nein” denke.
    Heute morgen z.B. hat mich ein Bekannter, den ich min. 5 Jahre nicht gehen habe, per Email gefragt, ob wir uns nicht heute Abend mal auf ein Bierchen treffen möchten. Ich habe heute Abend allerdings noch 100 Dinge zu tun, meine innere Stimme hat “nein, keine Zeit und Lust” gesagt. Ich weiss aber, dass es mir gut tun wird die Arbeit und den Sport mal ruhen zu lassen und meinen netten Kumpel zu treffen. Einfach mal raus und plaudern. Einfach mal etwas anders machen als sonst. Ich musste mir regelrecht in den Hintern treten um “ja” zu sagen. Ich fühle mich zwar gerade geschlaucht und bin unmotiviert heute auszugehen > trotzdem weiss ich, dass ich nachher froh sein werde, es doch getan zu haben.

  13. Die Ja-Sager gehen lieber in den Konflikt mit sich selbst und merken dann am Ende nicht, wie sie ihre eigene Umwelt mit dem Konflikt “verpessten”. Einen interpersonellen Konflikt, der Magengeschwüre verursachen kann, habe ich noch nicht gesehen. Einen intrapersonellen schon.

    Super Beitrag, wie immer Markus

  14. Lieber Markus,

    Danke für diesen Beitrag.
    Am 12. August 2013 hast du in einem Artikel erwähnt:

    Du bist der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst.
    Also wähle weise.

    Im November hast du einen kompletten Artikel dazu verfasst:
    http://www.markuscerenak.com/positive-menschen.html

    Der 12. August 2013 war mein erster Urlaubstag und ich saß im Sonnenschein am Balkon. Als ich das las, traf es mich wie der Blitz. Ich war gerade am träumen und planen was ich bis Ende 2013 und vor allem 2014 erreichen möchte. Dann kam dein Satz und ich dachte. Jesus Maria! Ich hatte in diesem Moment zwar noch keine konkrete Idee was ich machen werde, wusste allerdings, dass ich nach meinem Urlaub nicht mehr der Gleiche sein werde.

    In diesem Moment wurde mir von einer Sekunde auf die andere klar, was ich auf jeden Fall nicht will und die Frage des Neins war geklärt. Mein gewohntes Umfeld hat natürlich sehr überrascht reagiert. Sie hatten eine neue Person vor sich. Dies hatte entscheidende Vorteile für mich:

    – Ich habe sehr viel mehr Zeit für mich.
    – Ich habe von da an meinen Fokus auf die für mich wichtigen Dinge gelegt.
    – Ich lernte mein Leben von einer anderen Seite kennen.
    – Ich fühle mich besser.
    – Es gibt nur noch sehr wenige Situationen die mir Energie rauben.
    – und viele weitere Vorteile…

    Ein direktes NEIN ist für mich allerdings immer noch ein schier unmögliches unterfangen. Hier weiche ich meistens auf eine sanfte Form aus.

    Danke für Deine Gedanken und diesen Artikel. Das Thema NEIN werde ich mir wieder gleich wieder mal als Schwerpunkt legen.

    Liebe Grüße

    Christoph

  15. Habe die Woche erfolgreich NEIN gesagt um Zeit für mich zu haben und auf meine Bedürfnisse zu achten, nicht wieder JA um es allen recht zu machen.
    War mächtig stolz auf mich, denn vor kurzer Zeit hätte ich noch ja gesagt.
    Es ist gar nicht so schwierig wie man glaubt, man muss nur ein bisserl in sich hinein hören…

  16. Lieber Markus,
    jahrelang hatte ich den Antreiber “Mach es allen recht” im Nacken sitzen und habe dadurch viel zu oft JA gesagt, obwohl ich NEIN meinte.

    Mittlerweile teile ich 3 in Kategorien:
    JA: Ich entscheide mich ganz bewusst für die Entscheidung und ziehe sie durch.

    NEIN: Das Thema ist durch und ich denke nicht weiter drüber nach.

    Übrig bleiben die Ideen, Anfragen und bitten, die ich JETZT NOCH nicht entscheiden muss oder will. Die kommen auf die spätere, mentale Wiedervorlage.
    Denn manchmal ist eine Idee noch nicht reif genug oder ich noch nicht reif genug für die Idee :-)

    Danke für den Artikel, der mich zum Nachdenken “angestuppst” hat.

    VG David

  17. Lieber Markus!

    Das war scheinbar Gedankenübertragung von Wien nach Amerika! :-) Ich habe heute zufällig einen Blogartikel zum Thema “mehr Zeit für die Menschen, die dir nahe stehen” verfasst! Und “NEIN” zu anderen Dingen sagen, die uns ständig dazwischen funken, ist ein Erfolgsrezept um einem der häufigsten Trennungsgründe, nicht in die Falle zu tappen.

    http://www.relationshipwith.me/hilfe-parallelleben/

    Danke für den schönen Artikel und noch viel Freude auf deiner Reise,
    Michaela

  18. Wieder einmal ein super Artikel, der genau trifft. Bin beim Üben aber immer mal wieder verfalle ich in alte Muster. In einer halben Stunde kommt die Verwandtschaft, da kann ich dann gleich wieder mit dem Tun weitermachen ;))

  19. Nicht nur dein Artikel ist super lesenswert, Markus, sondern auch alle Kommentare! Das Thema Nein-Sagen-Lernen ist auf jeden Fall ein riesiges Thema. Von Robert Betz habe ich gelernt sehr freundlich zu sagen: “Danke, dass du fragst, aber: Nein.” Und von Christine Hassler: “Nein” ist ein vollständiger Satz. Man braucht keine Begründung zu geben.
    Und auf diversen Blogs ist derzeit zu lesen, nicht nur eine To-Do Liste zu schreiben, sondern auch eine Not-To-Do Liste. Das Nein-Sagen greift um sich! Und wir alle sind Teil dieser “Rebellion”.

  20. Lieber Markus und alle anderen NEIN-Sager

    Nachdem ich jetzt all Euren inspirierenden Gedanken gefolgt bin habe auch ich mich zum aktiven NEIN-Sagen entschlossen.

    Ich geh jetzt erst mal ins Wellness für 1 Woche und lasse Laptop zuhause. Iphone nur für Kunden.

    Für mich schon seeeehr viel NEIN-Sagen. Aber ein Anfang:-)

    Alles Liebe
    MoNi

  21. Hallo Markus,
    dein heutiger Artikel trifft mein Jahresmotteo!
    Den Aspekt des Nein sagens um Zeit zu gewinnen find ich interessant. Meine Intension ist allerdings, dass ich dieses Jahr bewusster darauf achte, mich zu entscheiden wozu ich Ja/Nein sage, wenn ich Karheit habe was mir wichtig ist und gleichzeitig schätze ich Verlässlichkeit. Also abzuwägen, wann will ich flexibel sein und eine Entscheidung umschmeißen, weil ich neue Prioritäten setze, und wann behalte ich meine Entscheidung bei.

  22. Hi Markus, vielen Dank für diesen wundervollen Beitrag!

    Was mich am meisten überrascht hat, war das Gefühl in mir, das es einiges in mir gibt, zu dem ich anfangen darf, NEIN zu sagen… Danke für diese überraschende Erkenntnis :-)

  23. Heute morgen wachte ich schon auf in dem Bewusstsein, das meine Freundin mich heute garantiert wieder anschreiben wird, weil sie Abends Gesellschaft möchte. Und ich habe derzeit echt keine Lust auf Gesellschaft. Sie gehört aber zu der Sorte Mensch die ein “Nein” diskutieren müssen.
    Ich hatte jetzt schon überlegt wie ich mein “Nein” geschickt formuliere, um mir weitere Diskussion zu ersparen. Dann fiel mir dein Newsletter ein, und ich werde jetzt mal dein Vokabelbuch nutzen. DANKE!

  24. Markus, du hast mal wieder sooo recht! Harmoniebedürftige Menschen haben ein Problem damit nein zu sagen, und ich gehöre definitiv dazu! Das liegt aber bei mir in meiner Kindheit begraben (wie so viele unserer Eigenschaften). Zumindest erkannt habe ich es, also schonmal der erste Schritt ;-)

    Und ich bin auch mittlerweile wirklich stolz darauf, wenn ich es einmal schaffe “Nein” zu sagen. Zum Beispiel habe ich letzte Woche an meinem ersten Arbeitstag nach meinem Urlaub einen Terminvorschlag meines Chefs zur “Abstimmung” abgelehnt, denn er wollte direkt, dass ich am ersten Tag um 18 Uhr eine Besprechung mit ihm mache. Und die hätte Minimum eine Stunde gedauert. Ich war hinterher sooo stolz auf mich. Denn: meine Befürchtung, er könnte darüber verärgert oder zumindest “not amused” sein, war völlig unbegründet. Er hat meinen Vorschlag angenommen, es einfach am nächsten Tag telefonisch zu machen. Und das hat dann auch gut geklappt.

    Dabei wird mir auch immer wieder bewußt, dass das zutrifft, was du oben schreibst: oft hat man Angst vor der Reaktion des anderen oder den Konsequenzen oder einem Konflikt. Man hat sich dann immer schon den schlimmsten Fall im Kopf farbig ausgemalt und dann wird die Angst vor dem Nein noch größer! Obwohl das eigentlich völlig unbegründet ist!

    Das erinnert mich wieder an mein altes Motto: “Wer nicht nicht kämpft, hat schon verloren”. Sollte man auch beim Thema Nein-Sagen mal wieder berücksichtigen. Wenn man es nicht versucht, dann kann auch nichts positives passieren!

  25. ein stark unterschätztes Thema!
    Ohne an Verschwörungstheorien zu glauben, leider gibt es großes Interesse auf dieser Welt, möglichst viele Ja-Sager zu erziehen. Die dann andere Meinungen übernehmen, unnötige Dinge kaufen, usw.
    Und es dauert Jahre aus den eingelernten Mustern zu entkommen. Ich habs bisher nicht geschafft…

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