Seit dem Jahr 2014 gehe ich meinem persönlichen Traumberuf nach. Ich lebe vom Schreiben und nebenher reise ich um die Welt. Ja, ich weiß, ich bin ein verdammter Glückspilz …

Doch auch wenn ich meinen Beruf über alles liebe, macht er mir häufig keinen Spaß. Und das ist ein wichtiger Punkt.

Immer wieder höre ich von Menschen, dass sie sich einen Beruf wünschen, der ihnen Spaß macht. Nachdem diese Menschen häufig jahrelang einem Beruf nachgehen, der so amüsant ist wie eine Wurzelkanalbehandlung beim Zahnarzt, kann ich diesen Wunsch verstehen. 

Das Problem an diesem Wunsch ist, dass Spaß nicht die Haupteigenschaft eines Berufs ist. Ich behaupte nicht, dass Arbeit nicht ab und an Spaß machen kann. Doch falls du dir etwas wünschst, das dir immer Spaß macht, suche dir ein Hobby. 

Du bist überrascht? Du dachtest, dass Menschen, die mit ihrer Leidenschaft Geld verdienen, regelmäßig Luftsprünge machen, von morgens bis abends ein Dauergrinsen im Gesicht haben und ihnen die Blumen am Straßenrand freundlich zuwinken? Falsch.

Viele meiner guten Freunde gehen beruflich ihrer Leidenschaft nach oder betreiben ein Online-Business. Einige meiner engsten Freunde gehören zum Beispiel zu den bekanntesten Bloggern im deutschsprachigen Raum. Doch obwohl sie alle ihren Beruf lieben, behauptet keiner von ihnen, dass sein Beruf immer Spaß macht. Und genauso geht es mir.

Du fragst dich gerade, wie wir behaupten können, dass wir unseren Job lieben obwohl er uns häufig keinen Spaß macht?

Ganz simpel: Spaß und langfristige Zufriedenheit sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Leider werden diese jedoch in unserer Gesellschaft oft verwechselt.

Spaß ist eine Art emotionaler Ausnahmezustand, der entsteht, wenn wir vollkommen loslassen, kein Form von Druck verspüren und völlig in den Moment eintauchen. 

  • Ein Abend in einer Bar mit Freunden macht Spaß.
  • Eine gute Komödie anschauen macht Spaß. 
  • Am Strand Frisbee spielen macht Spaß.
  • Sex macht Spaß (zumindest meistens).

Diese Dinge tun wir aus reiner Freude heraus und weil sie uns Spaß machen. Doch nur weil uns diese und andere Dinge Spaß machen, heißt das noch lange nicht, dass sie uns auch langfristig zufrieden machen.

Das Schreiben dieses Artikels zum Beispiel macht mir nicht unbedingt Spaß. Mit meinen Jungs in einer Bar zu sitzen, eine Komödie anzuschauen, Frisbee am Strand zu spielen oder Sex zu haben würde mir deutlich mehr Spaß machen. Doch dass mir das Schreiben dieses Artikels nicht unbedingt Spaß macht, heißt noch lange nicht, dass es mich nicht zutiefst erfüllt. Und genau das ist der springende Punkt.

Spaß ist ein starkes Gefühl, das häufig genauso schnell verschwindet wie es entsteht. Zufriedenheit hingegen ist ein langanhaltender Zustand, der vor allem dann entsteht, wenn wir an unseren Zielen arbeiten und unseren Werten folgen. 

Arbeit nicht Spaß
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Damit uns eine Arbeit erfüllt und uns gefällt, muss sie also nicht unbedingt Spaß machen. Es gibt Eigenschaften, die deutlich wichtiger sind. Was die drei wichtigsten Eigenschaften sind, damit uns ein Beruf erfüllt und uns gefällt, erfährst du im Folgenden.

1. Sinn

Dass dir deine Arbeit sinnvoll erscheint, halte ich für die wichtigste Eigenschaft eines erfüllenden Berufs. Schon der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski behauptete, dass es die schrecklichste Strafe für den Menschen sei, lebenslang zu einer Arbeit verurteilt zu sein, die ihm vollkommen zweck- und sinnlos erscheint.

Falls du dich also gerade fragst, welcher Beruf zu dir passt, oder falls du auf der Suche nach deiner Leidenschaft bist: Frage dich, was dir sinnvoll erscheint. Das Wichtige dabei ist, dass deine Arbeit nur dir sinnvoll erscheinen muss – nicht deinem Partner, deinen Eltern oder deinem Meerschweinchen.

Solange du in dem, was du tust, einen Sinn siehst, bin ich mir sicher, dass es dich erfüllt. Ich zum Beispiel halte das Schreiben dieses Artikels für sinnvoll: Ich hoffe, dass ich dir und anderen Menschen mit diesem und anderen Artikeln weiterhelfen kann. Und zu wissen, dass ich etwas Sinnvolles tue, erfüllt mich.

Was hältst du für sinnvoll? Schau doch mal hier vorbei.

2. Herausforderung

Viele Menschen träumen davon, ein entspanntes Leben zu führen und nichts zu tun. Den ganzen Tag in der Hängematte am Strand zu liegen, exotische Cocktails zu schlürfen und ab und an in das türkise und erfrischende Meer zu springen.

Klingt traumhaft? Ist es dauerhaft aber nicht.

Nichts zu tun macht uns nur selten glücklich, häufig sogar unglücklich. Das liegt daran, dass unser Gehirn das Bedürfnis hat, effektiv zu sein, Dinge umzusetzen und Dinge zu beeinflussen.

Vielleicht hast du auch schon mal eine längere Zeit nichts gemacht. Und, hat es dich erfüllt? Nein? Dachte ich mir.

So ähnlich sieht es aus, wenn wir einem monotonen und langweiligen Job nachgehen. Die meisten Menschen macht dies nicht glücklich. Wir Menschen haben eine innere Motivation um zu lernen, zu wachsen und Herausforderungen anzugehen.

Um es mit den Worten von Albert Einstein auszudrücken:

“Das Leben ist wie Fahrrad fahren. Um die Balance zu halten, musst du in Bewegung bleiben.“

Damit dein Beruf langfristig erfüllend ist, sollte er herausfordernd sein und dir die Möglichkeit bieten, persönlich zu wachsen.

3. Flow

Flow ist ein Zustand, bei dem wir uns selbst vergessen und voll und ganz in dem, was wir tun, aufgehen. Im Flow-Zustand sind wir somit zu 100% auf eine konkrete Aufgabe oder Aktivität fokussiert. Dabei vergessen wir häufig Dinge wie Raum, Zeit, Hunger oder auch Durst.

Ich erreiche den Flow-Zustand zum Beispiel häufig beim Schreiben. Dann vergesse ich Zeit, Raum und mich selbst und es ist fast so, als würden die Worte aus mir heraussprudeln, ohne dass ich darüber nachdenken muss.

(Es klingt sicherlich sehr vertrauenswürdig, wenn ich als Autor behaupte, dass ich schreibe, ohne darüber nachzudenken …)

In der modernen Psychologie gilt Flow mittlerweile als ein wichtiger Indikator für Lebenszufriedenheit und Glück. Je öfter du während deiner Arbeit also im Flow-Zustand eintauchst, desto erfüllender erscheint dir deine Arbeit wahrscheinlich.

Das Interessante dabei ist, dass es bei so gut wie jeder Aktivität möglich ist, in den Flow-Zustand einzutauchen. Vielleicht bist du ja beim Rasenmähen, beim Stricken oder beim Kochen im absoluten Flow …

Einen Artikel aus dem Spiegel über Flow und wie man diesen Zustand besser erreicht findest du hier.

Wie geht es weiter?

Die drei eben genannten Eigenschaften Sinn, Herausforderung und Flow sind sicherlich nicht die einzigen wichtigen Eigenschaften eines Berufs. Doch ich halte sie für die drei Eigenschaften, die den größten Anteil dabei haben, dass uns ein Beruf langfristig erfüllt.

Wie du genau einen erfüllenden Beruf findest, worauf du dabei achten musst und was dich alles im Hamsterrad gefangen hält, das erfährst du in meinem Ratgeber „Berufliche Selbstverwirklichung“.

Du kannst dir den Ratgeber hier kostenlos herunterladen.

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Anchu Kögl

Anchu Kögl ist Autor, Weltreisender und Unternehmer. Auf seiner Webseite gibt er ungewöhnliche Lebenstipps – unter anderen zu dem Thema Berufswahl.


Seit über drei Jahren lebt Anchu nun schon aus einem Koffer. Er hat keinen festen Wohnsitz, spricht fünf Sprachen fließend und war mittlerweile in über 50 Ländern.

3 Kommentare

  1. Besonders wichtig für mich ist Punkt 1, die Sinnhaftigkeit meiner Arbeit. Ich möchte mich irgendwann mal von dieser Welt verabschieden können mit dem Gedanken: “Vielleicht hätte ich noch mehr Sinnhaftes tun können, aber es war gut so.” Und wenn diese Antwort meine berufliche Tätigkeit einschließt: um so besser.

  2. Alles hat zwei Seiten, wie ohne Ausnahme alles auf dieser Welt. Somit gehört der Schatten immer zum Licht. Wir vergessen, bzw. verdrengen ihn aber gerne, weil wir uns doch lieber dem Schönen, Guten und Spaßigen widmen. So auch jeder Traumjob seine dunkle Seite hat und diese genauso beachtet werden will.

  3. Jede Arbeit, auch wenn es der absolute Traumjob ist, hat Phasen beziehungsweise Bereiche, die keinen Spaß bringen. Und das ist völlig in Ordnung so. Wichtig ist, sich immer wieder auf das große Ganze zu konzentrieren, warum man überhaupt angefangen hat.

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