Wenn du Blogger, Online-Unternehmer oder Lifestyle-Business-Betreiber bist, dann bekommst du es gebetsmühlenartig vorgesagt.

Du brauchst ein Freebie, einen Lead Magnet, eine kostenlose Probe deiner Arbeit, damit man sieht, du hast Ahnung von dem, was du tust.

Also quasi eine vertrauensbildende Maßnahme, damit du für deine Leser und baldigen Kunden den Beweis antreten kannst, dass deine digitalen Produkte hohe Qualität und vor allem viel Nutzen haben. (Ja, ein Freebie ist bereits ein digitales Produkt – mehr zu digitalen Produkten gibt’s übrigens nächsten Freitag.)

So ein Lead Magnet fungiert auch gleichzeitig als Anreiz, sich in deinen Newsletter einzutragen.

Daher brauchst du so was einfach.

O.k., so weit, so gut.

Alle Online-Business-Gurus, Blogging-Experten, Lifestyle-Entrepreneur-Berater-Fuzzis sagen dir, dass du so was brauchst.

Aber keiner sagt dir, wie du es machst und vor allem, was du bei Lead Magnets niemals, niemals, niemals tun darfst.

Das schauen wir uns jetzt mal gemeinsam anhand meiner Lead-Magnet-Vorgeschichte an. Denn ich habe die Fehler gemacht. Als ob ich eine Checkliste vor mir gehabt hätte: „Das sind die größten Fehler bei Lead Magnets und die machst du jetzt mal!

Ein 50-Seiten-eBook, 1233 Subscriber in einem Monat, hunderte Mails und Kommentare

Das war das Ergebnis meines ersten Lead-Magneten „Das Tao einer Lebensweise“ im Jahr 2013, ein paar Monate nach Start meines Blogs.

 

Du wirst dir denken: Ist doch sensationell. Wo ist da der große Fehler?

Fehler 1) Inhalt, Konzept, Strategie

Das kann ich dir gerne sagen. Das eBook war eine Zusammenfassung meiner Denkweise, was Hamsterrad und Co betrifft. Es war nett zu lesen, alle waren begeistert, aber es hat zu nichts geführt. Es hatte keinen Auftrag, es führte nicht zum nächsten Schritt, es war keinerlei Strategie dahinter.

Ich schreib jetzt mal ein eBook, das meine Leser interessiert. Das dachte ich mir, als das Ding entstand.

Jetzt mal ganz ehrlich. Gibt es da draußen irgendeinen Unternehmer, irgendjemanden, der erfolgreich ist, der „einfach mal so“ etwas macht?

Nein.

Dein Lead Magnet sollte nicht „einfach mal einen Überblick“ geben, was du so tust. Dein Lead Magnet sollte nicht atmosphärisch sein, ohne deinen Lesern und Kunden zum nächsten Schritt zu führen.

Ich wiederhole es sicherheitshalber nochmal:

Ein richtig gut konzipierter Lead Magnet übernimmt viele Aufgaben. Eine davon ist: Den Lesern den nächsten Schritt zu erleichtern oder sogar den nächsten Schritt vorzugeben.

Ein Lead Magnet ohne diese Strategie sammelt Menschen in deine E-Mail-Liste. Die dann entweder nicht wissen, was sie weiter tun sollen und sich nicht weiter mit dir beschäftigen, oder die einfach nur dein „Freebie“ haben wollten.

100 Seiten eBook, ein Hörbuch, zwei Infografiken, ein paar Checklisten und so weiter

Mein nächster Lead Magnet war das Hamsterrad-Exit-Paket, wie der Name schon sagt, ein Paket aus vielen Dingen.

 

Ich habe da alles Mögliche reingepackt, weil ich dachte: Je mehr die Menschen kostenlos von mir bekommen, umso besser ist das.

Ich sage es dir gerade raus: Das ist Bullshit.

Vielleicht gehörst auch du zu denen, die immer mehr kostenlos rausgeben. Immer mehr wird in Blog-Artikel gepackt, immer länger werden die Podcast-Serien, immer umfangreicher die Freebies, die es im Tausch gegen die E-Mail-Adresse gibt.

Vielleicht segelst du auch auf der Welle „Alles gratis“, „Meine besten Inhalte stelle ich kostenlos zu Verfügung“ und „Content ist King. Je mehr ich gebe, desto besser ist das für mein Business“.

Ich werde mir jetzt mit diesem Satz den Unmut vieler Kolleginnen und Kollegen zuziehen.

Aber das ist einfach falsch. Du schädigst mit dieser Strategie nicht nur dein eigenes Business, sondern gleich das Business von vielen anderen Kollegen mit. Und ich erkläre dir auch sofort, warum das so ist.

Vorher aber noch Fehler 2 – Der Umfang deines Lead-Magneten.

Dein Lead Magnet sollte kurz und knapp sein. Ein Problem lösen. Schnell konsumierbar. Schnell Wert und Nutzen für deine Leser bringen. Um dann: Du ahnst es schon, den nächsten Schritt zu machen.

Denn auch hier wieder: Du betreibst dein Business, damit du davon leben kannst, und somit ist deine Intention, von kostenlosen Inhalten direkt zu deinen Produkten oder Dienstleistungen zu führen. Das ist nicht aufdringlich, das ist nicht böse, das ist einfach das, was du in deinem Lifestyle Business tust, nämlich von dem LEBEN, was du gerne tust.

Und hier wird dann auch klar, warum die „ALLES GRATIS“-Masche langfristig nach hinten losgeht.

Mal ein Beispiel aus dem echten Leben: In einer Parfümerie bekommst du von einem neuen Duft eine Warenprobe. Ein Parfum musst du natürlich zuerst testen, um zu beurteilen, ob du es gut findest.

Aber ganz ehrlich: Brauchst du eine 300-ml-Probe, um zu wissen, dass das Parfum das richtige ist? Die Kosmetik- und Parfumindustrie ist heiß umkämpft, aber schenken die dir ganze Flaschen als Warenprobe?

Nein, tun sie nicht. Warum?

Weil sonst kein Mensch mehr die ganzen Produkte kaufen würde.

Wenn du nur zu Douglas gehen musst, um dort zig verschiedene Flaschen an Parfum gratis zu bekommen, würde dir das am Anfang zwar gefallen.

Aber am Ende des Tages würde es bald so sein, dass es keine Warenproben mehr gibt. Und keine Produkte mehr.

Weil, wenn alle alles verschenken, dann verdient niemand Geld damit.

Und das wollen weder die Parfumhersteller noch wir mit unserem Lifestyle Business. Auch wenn ich damit jetzt die heilige Kuh für viele entweihe:

Höre auf, alles, was du kannst und weißt, zu verschenken.

Denn die Grundannahme von Lifestyle Business ist: Dein Wissen hat einen Wert. Einen Wert, von dem du auch leben möchtest.

Und ich bin schon gespannt auf die vielen bösen Kommentare, die ich hiermit ernten werde.

Also nochmal auf den Punkt. Mache keine riesigen Lead Magnets. Löse schnell ein Problem. Spare Zeit, anstatt Zeit zu kosten. Zeige, beweise, führe weiter zum nächsten Schritt.

Ein weiterer Lead Magnet von mir: Das Lifestyle Business Bootcamp – eine 8-teilige Video-Serie.

Großartig, Markus, hier ist vieles versammelt, was man falsch machen kann.

 

Nicht nur, dass deine Leser durch zu lange, zu umfangreiche Lead Magnets das Momentum verlieren (denn du und ich kennen den Alltag – dann kann einfach in 8 Wochen viel passieren und dazwischenkommen) – eine Video-Serie ist nicht leicht konsumierbar.

Fehler 3 – Die nicht einfache Konsumierbarkeit

  • Für Videos braucht man Zeit.
  • Man braucht Ruhe.
  • Man kann sie nicht im Büro ansehen.
  • Man braucht Kopfhörer, um sie mobil anzusehen (oder dein Sitznachbar in der U-Bahn soll mithören).
  • Man braucht Commitment über längere Zeit.
  • Man muss online sein.
  • Man hat nichts Schriftliches in der Hand, wenn es darum geht, das Gelernte umzusetzen.

Die Liste ließe sich noch verlängern.
Videos sind super für viele Dinge.
Aber nicht als Lead Magnet.

Du musst es deinen Lesern so einfach wie möglich machen, deinen Lead Magnet zu konsumieren.
Warum? Weil sie es sonst einfach nicht tun. Punkt.

Nochmal zur Erinnerung. Ein Lead Magnet soll nicht einfach nur E-Mail-Adressen sammeln. Ein Lead Magnet soll die richtigen E-Mail-Adressen sammeln und muss der Anfang eines Prozesses sein.

Nicht das Ende.
Nicht der Prozess selbst.
Der Lead Magnet ist der Anfang.
Er ist nicht Selbstzweck.

Das waren drei Dinge, die du beachten musst, wenn du deinen Lead-Magneten perfekt machen willst.

Perfekt bedeutet Folgendes:

  • Nutzen für deine Leser liefern.
  • Die richtigen Interessenten finden und binden.
  • Einen Prozess einleiten.
  • Leser zu Interessenten/Kunden machen.

 

Da ich jetzt drei nicht so gute Beispiele gebracht habe, jetzt zum Schluss noch ein gutes.

Mein Freund Holger Grethe von zendepot.de deckt mit seinem Blog mehrere Themen rund um Finanzen ab. Eines davon dreht sich um Immobilen.

Was liegt also näher, als folgendes Freebie zu entwickeln:

7 Fragen, die du dir unbedingt vor dem Immobilienkauf beantworten musst

 

http://zendepot.de/immobilien/

Kurz, knapp, zielgerichtet, optisch ansprechend, klarer Nutzen und schnelle Resultate.

Was nicht nur für Holger gute Ergebnisse bringt (seine täglichen Subscriberzahlen haben sich verdoppelt), sondern auch für seine Leser. Die bekommen nämlich nicht ein Wischiwaschi-Freebie sondern das, was sie wirklich interessiert.

Zuletzt aktualisiert: 09.09.2016